Archiv für August 2008

Puno, Peru

August 29, 2008

Puno gilt als ‘Folklore-Hauptstadt’ Perus, aber Erleben kann man das nur während des Karnevals. Wir sehen eine kleine, gegenüber bolivianischen Verhältnissen besser entwickelte Stadt, die touristisch vor allem als Ausgangspunkt für Touren über den Titicacasee Bedeutung hat.
Freitag, 29.8.
Frühmorgens geht es auf ein Ausflugsboot, das uns in den Puno vorgelagerten Binsengürtel bringt. In dem Flachwassergebiet leben die Nachfahren der Uros auf schwimmenden Inseln, die aus dem Wurzelwerk der Binsen bestehen. Für die 45 Familien sind die Touristen die wichtigste Einnahmequelle, ein Besuch im Binsenhaus mit Solarpanel ist schnell arrangiert. Die Bekanntschaft mit Pedro und seiner Familie ist nur von kurzer Dauer. Weiter geht es, mit einer sichtbar erholten Dorothea, zur Insel mit den strickenden Männern – Taquile. Das stimmt auch, obwohl unser Foto nur webende Frauen zeigt.
Seit zwei Stunden sind wir nun zurück von der Tour und genießen unser schönes Hotelzimmer und den kostenlosen Internetzugang. Gleich wird noch Geld ausgegeben für seidenweiche Alpaca-Schals und anschließend geht es zu ‘Oscar’ zum Abendessen mit Folklore. Morgen steht mit Cusco die einstige Hauptstadt des Inka-Reiches als Ziel fest.
Jetzt haben wir mit unseren Berichten tatsächlich die Gegenwart erreicht. Diesen vergänglichen Glücksmoment möchtem wir auch dazu nutzen, uns für die vielen Wünsche und Kommentare zu bedanken! D&F

Isla del Sol

August 29, 2008

Wir übernachten in Japapi, einem kleinen Dorf auf einem Hügel der Sonneninsel. Die 120m Höhenmeter des Aufstiegs mit Handgepäck und Tagesrucksack schlauchen ganz schön. Die Esel, die unsere Koffer herauf schleppen, sind nicht zu beneiden.

Mittwoch, 27.8.2008
Wir legen einen Ruhetag in Japapi ein. Es wird gelesen und geschlafen, die Erholung tut nicht nur Dorothea gut. Der Blick ist atemberaubend. Aber sobald die Sonne (gegen 18 Uhr) untergeht, wird es kalt.
Nach dem einfachen Abendessen (es gibt Hühnchen, Lachsforelle oder Omelett zur Auswahl) verziehen wir uns mit Wärmeflaschen unter gefühlte 30kg an Bettdecken.

Donnerstag, 28.8.
Friedel wirkt am Morgen seines 51. Geburtstages noch etwas verschlafen, obwohl er kalt (na, sagen wir handwarm) geduscht hat. Die Reisegruppe, mit der wir unterwegs sind, hat frische Blumen, Kerzen, und einen noch backwarmen Sandkuchen (mit Orangead) organisiert. Mit Ständchen und vielen Wünschen (auch in Form von einheimischen Talismännern) geht es gestärkt ins neue Lebensjahr.
Bei 4-5 Windstärken gegenan geht es mit dem kleinen Fährboot zurück nach Copacabana. Kleinbusse bringen uns bis zur peruanischen Grenze, die wir schließlich zu Fuß überqueren.

Puma aus Stein

August 29, 2008

Das ist die Bedeutung von Titi (Puma) und caca (Stein, grau). Der Puma aus Stein ist ein Felsen am Nordende der Isla del Sol, der größten Insel im Titicacasee. Das Eiland gehört noch zu Bolivien, das sich den riesigen (Bodensee x13) und tiefen (250m) See mit Peru teilt. Sein Wasser weist erhöhten Salzgehalt auf (der See friert nicht zu), und lädt mit gefühlten 12 Grad nicht gerade zum Schwimmen ein.
Dienstag, 26.8. – Auf dem Weg zur Sonneninsel machen wir bei dem Aymara-Bootsbauer Halt, der die Kontiki für Thor Heyerdahl gebaut hat. Copacabana (das heißt Seeblick in der Aymara-Sprache, und ja: es hat auch dem Strand in Rio den Namen gegeben – aber das ist eine längere Geschichte) ist der wichtigste Wallfahrtsort des Landes. Von hier aus legen die Fähren zur Sonneninsel ab.

Tiwanacu

August 28, 2008

Montag verlassen wir La Paz nach Norden. In Tiwanacu gibt es die archäologisch bedeutendste Ausgrabung Boliviens zu bestaunen. Friedel ist in seinem Element. Noch sind die riesigen Stufenpyramiden erst ansatzweise zu erkennen. Als das Heiligtum vot mehr als 2000 Jahren begonnen wurde, lag es noch am Ufer des Titicaca-Sees. Heute ist das Ufer 25km weit weg. Im 12. Jhd., mit dem Erstarken der Inkas, wurde Tiwanacu aufgegeben.

Sonntagsbegegnungen

August 28, 2008

Die Stadterkundung beginnt mit der Kirche San Francesco, deren Fassade und Ausstattung durch die Mischung aus christlichen und Indio-Motiven geprägt wird. Die synkretischen Stilelemente geben die tatsächliche Religiösität wieder, wie der Gang über den Hexenmarkt beweist. Die Mutter Erde (pacha mama) hat mindestens so viel Einfluß wie die Kirche. Nach einigen Museen geht es zum original Wiener Schnitzel ins ‘Vienna’. Die beste Mousse au Chocolat westlich des Atlantik zu Kaffeehausmusik und livrierten Kellnern. Und dann treffe ich Christof auf der Straße. Ein Zeichen! Christof ist Kameramann und hat mit mir fünf Filme gemacht. Er dreht einen Spielfilm am Titicaca-See. Wir verabreden uns im gemütlichen Café Ciudad. Am Nachmittag gehe ich ins fast ausverkaufte Stadion. ‘Bolivar’ gewinnt im Lokalderby 4:2 über ‘The Strongest’. Bewundernswert, wie die Burschen 90 Minuten in dieser Höhe durchhalten.

La Paz

August 28, 2008

La Paz liegt in einer steilen Schlucht, der Illimani dominiert den Hintergrund.

Wir wohnen zentral, sehr zentral. Die 1,2 Mio.-Metropole erschreckt uns nach der Stille des Salzmeeres. Wir machen eine Stadtführung mit, die uns am Präsidenten-Palast, kolonialen Häuserzeilen und dem ‘Hexenmarkt’ vorbei führt. Am Sonntag (24.8.) wollen wir das Ganze auf eigene Faust erkunden.

Der Weg nach La Paz

August 28, 2008

Wir übernachten in Jirira, einer Insel im Salzmeer. Bronzezeitliche Mumien und Flamingoscharen entschädigen für die sehr rustikale Unterkunft.
Der Weg nach La Paz führt an einem perfekten Meteoritenkrater vorbei (mit 500m Durchmesser) und nach vielen staubigen Kilometern durch Oruro, der zweitgrößten Stadt Boliviens.
Nun finden wir Teerstraßen vor und die überwältigende Bergkette der Königs-Kordilleren rechts (östlich) der Straße. Was für ein Anblick! Das schneebedeckte Illimani-Massiv kündigt die Hauptstadt an.

Sendepause

August 25, 2008

Von unseren Erlebnissen auf der Fahrt und in La Paz berichten wir später. Es geht wieder in die Provinz. Do hat sich erholt!

Salar de Uyuni

August 25, 2008

Das größte Salzmeer der Welt (160 x 130 km) ist nach Potosí der zweite Höhepunkt der Reise und gehört u.E. zu den Orten, die man gesehen haben muß. Die Isla del Pescado mit ihren 12 Meter hohen Kakteen ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i.

Uyuni

August 24, 2008

Der ‘Platz der Lasttiere’ – seine Bedeutung hat der alte Umschlagplatz für das Salz aus dem ‘Salar de Uyuni’ in gewisser Weise behalten. Aber heute sind die Lasttiere aus Eisen. Mit Jeeps, Motor- und selbst Fahrrädern bereisen Aktivtouristen das nahe gelegene, im Winter trocken gefallene Salzmeer. Die alten Eisenbahnen, die das weiße Gold nach Chile, Argentinien und ins Landesinnere gebracht haben, werden heute genauso wenig gebraucht wie die Lamas, die dem Ort den Namen haben. Dorotheas Zustand hat sich nicht verbessert, wir setzen jetzt Antibiotika ein. Denn die Tour durch den Salar will sie unbedingt mitmachen.